Demografischer Wandel und Ärztemangel verlangen nach mehr Delegation und Substitution
Der Arbeitgeberverband Zahntechnik (AVZ) in Berlin sieht sich in seiner Forderung nach mehr Delegation von ärztlichen Leistungen an nicht-ärztliche Leistungserbringer durch das Grundsatzpapier der CDU bestätigt. Danach soll der Einsatz von qualifizierten nicht-ärztlichen Gesundheitsberufen, die „delegierte“ ärztliche Leistungen erbringen, verstärkt ermöglicht und dann auch leistungsgerecht vergütet werden. Die nichtärztlichen Gesundheitsberufe sollen nach Forderung aus der CDU/CSU-Fraktion stärker gefördert werden, ihre Akademisierung soll vorangetrieben werden, die Delegation und der Direktzugang der Patienten zu Therapeuten soll weiter in Modellprojekten erprobt werden. Das, so die CDU, beträfe alle in Frage kommenden Berufe.
Das Zahntechniker-Handwerk mit seinen qualifizierten Meisterlaboratorien ist ein Beispiel dafür, dass die Delegation von Leistungen an spezialisierte beteiligte Betriebe und Menschen zu herausragend guten Ergebnissen für die Patienten führt. Das Gutachten der Professoren Dr. Steffen Detterbeck und Dr. Hermann Plagemann geht noch einen Schritt weiter, in dem es im Ergebnis darauf hinweist, dass es im Sinne des Patientenschutzes geradezu geboten ist, die Herstellung von Zahnersatz durch Delegation dem dafür spezialisierten und qualifizierten Meisterlabor zu überlassen und nicht im Praxislabor anzufertigen. Damit würde auch die wettbewerbsverzerrende Selbstbeauftragung des Zahnarztes im Sinne der Patientenschutzes verhindert.
Die Zahntechnikermeister könnten mit ihrer Qualifizierung einen weitergehenden wichtigen Beitrag zur Zahngesundheit einer älter werdenden Gesellschaft auch in der Fläche, in Pflegeheimen und altengerechten Wohngemeinschaften bei der Kontrolle und Pflege herausnehmbaren Zahnersatzes leisten. Zudem könnten – nach entsprechender Qualifizierung – Zahntechnikermeister die auch heute schon in vielen Zahnarztpraxen geübte Unterstützung des Zahnarztes am Stuhl, dann legitimiert und mit einer leistungsgerechten Vergütung versehen, erbringen.
Das hohe Niveau zahntechnischer Leistungen und Produkte wird allein von den Zahntechniker-Meistern mit der Ausbildung qualifizierter Zahntechniker gefördert und sichergestellt. Was liegt also näher, als die hier vorhandenen Potenziale für die zukünftige Versorgung in der Fläche stärker durch Delegation und Substitution zu nutzen.
Der AVZ begrüßt daher die CDU-Initiative zu mehr Delegation und Substitution medizinischer Leistungen.
Ansprechpartner
Manfred Heckens
Präsident
Mobil: 0151 – 27 651 076
AVZ – Arbeitgeberverband Zahntechnik e. V.
Unter den Linden 10
10117 Berlin