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„Überflieger“ auf Kollisionskurs

„Überflieger“ auf Kollisionskurs

Die Politik muss jetzt tätig werden!
Ein Zahnarzt, Flugkapitän und Unternehmensberater wirbt bei Zahnärzten für eine ganz spezielle Fortbildungsveranstaltung mit dem Titel: „Das Mallorca Chef-Training“ für einen Ferienkurs in Gewinnoptimierung auf Mallorca. Wer das für einen schlechten Scherz hält, irrt: – Umsatz, – Verkaufen (um jeden Preis), – Chancen und Risiken einer Zweit- bzw. Satellitenpraxis, – Gewinnverdoppelung in vier Jahren, – lerne Verkaufen – erlerne Patientenkommunikation, – das Eigenlabor als Veredelungslabor: Eine Goldgrube, – Cerec/CAD-CAM: Moderner Schnickschnack oder Gelddruckmaschine und schließlich – Delegieren: Mach Urlaub, während andere arbeiten, das sind nur einige der Schlagworte, mit denen hier noch am 28. Januar 2017 geworben wurde. Zwei Tage später ist zwar nicht mehr von „Patientenselektion“, vom „Eigenlabor als Veredlungslabor: Eine Goldgrube“, von Cerec / CAD-CAM: Moderner Schnickschnack oder Gelddruckmaschine und von „Mach Urlaub, während andere arbeiten“ die Rede, wer aber glaubt, an den Inhalten des Mallorca-Angebots habe sich etwas geändert, der glaubt auch noch an den Weihnachtsmann. Wir beim AVZ sind der Meinung, allein die neuen schönen Worte können den schlechten Charakter nicht verdecken. Und dafür gibt es nach wie vor 28 zahnärztliche Fortbildungspunkte nach BZÄK/DGZMK.

Ob Zahnarztpatienten sich bewusst machen, dass sie solcherart „Selektiert“ zum Spielball für Gewinnmaximierung werden? Der Arbeitgeberverband Zahntechnik – AVZ ist der Meinung, dass hier eindeutig sichtbar wird, wie unter dem Deckmantel der Freiberuflichkeit der Wandel weg von der freiberuflichen Tätigkeit mit zahnärztlichem Standesethos hin zu einem Gewerbebetrieb propagiert und vollzogen wird. Alle steuerlichen und gewerberechtlichen Pflichten, die auch im Rechtsgutachten des AVZ zum Praxislabor beschrieben sind, sollen ignoriert werden. Die längst überfällige Meisterpflicht für solchermaßen gewerblich tätige Zahnärzte mit ihrem „gewinnoptimierten“ Praxis- oder Eigenlabor und der Verlust der Freiberuflichkeit darf nicht länger nur diskutiert werden, wenn alle rechtlichen Grenzen von Freiberuflichkeit und Gewerbeausübung ignoriert werden. Denn die Beratung der Patienten wird auf diesem Weg zur Abzocke, die zahnärztliche Praxis zum Ort der Gewinnoptimierung um jeden Preis. Das Praxislabor zur vermeintlichen „Goldgrube“ und zum Zweigbetrieb der Dentalindustrie. Das sollte nicht nur unter dem Aspekt des zahnärztlichen Images die berufsständischen Organisationen der Zahnärzte ebenso, wie die Gesundheitspolitik auf die Barrikaden rufen. Nur ein neues fadenscheiniges Mäntelchen beim Marketing für das Mallorca-Training kann über die Intention nicht hinwegtäuschen.

Das in der Öffentlichkeit gepflegte Bild des Zahnarztes, der allein das Patientenwohl im Auge hat, erhält mit solchen Methoden nicht nur leichte Kratzer. Fragt sich auch, wie der „Verkäufer und Referent“ Dr. Bernhard Saneke seine Praxis mit 35 Mitarbeitern (8 Zahnärzte) nebst Zweigpraxis „managen“ und seine Labortechniker engmaschig überwachen kann, wenn er gerade einen Airbus A340 der Lufthansa auf einer Interkontinentalstrecke fliegt oder wie er seinen 8 Kollegen in der „Mehrbehandlerpraxis“ vermitteln kann, dass er delegiert oder Urlaub macht, während sie gerade arbeiten und seinen Gewinn optimieren.

Man darf gespannt sein, wie schnell das Angebot auf Mallorca erneut sein Marketing anpasst.

Ansprechpartner

Heckens

Manfred Heckens
Präsident

Mobil: 0151 – 27 651 076

AVZ – Arbeitgeberverband Zahntechnik e. V.
Unter den Linden 10
10117 Berlin

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